Ingeborg Bachmann, Oanropping fan de Grutte Bear

 
Oanropping fan de Grutte Bear

Grutte Bear, daal ôf, rûge nacht,
wolkepelsdier mei de âlde eagen,
stjerre-eagen,
troch it kreilguod brekke gluorjend
dyn poaten mei de klauwen,
stjerreklauwen,
wach hoedzje wy de keppels,
mar band fan dy, en wantrouwe
dyn wurge flanken en de skerpe
healûntbleate tosken,
âlde bear.

In dinappel: jim wrâld.
Jim: de skobben deroan.
Ik driuw se, rôlje se
fan de dinnen yn it oanbegjin
nei de dinnen oan de ein,
snúf der op om, priuw se yn ’e bek
en pak se mei de kloeren.

Wês bang of wês net bang!
Doch jild yn it ponkje en jou
de bline man in freonlik wurd,
dat er de bear oan de riem hâldt.
En krûdzje de lammen goed.

’t Soe kinne dat dizze bear
him losskuort, net mear driget
en op alle dinappels jaget dy’t fallen binne
fan de dinnen, fan de grutte, bewjukke
dy’t út it paradys stoarten.

 

Anrufung des Großen Bären

Großer Bär, komm herab, zottige Nacht,
Wolkenpelztier mit den alten Augen,
Sternenaugen,
durch das Dickicht brechen schimmernd
deine Pfoten mit den Krallen,
Sternenkrallen,
wachsam halten wir die Herden,
doch gebannt von dir, und mißtrauen
deinen müden Flanken und den scharfen
halbentblößten Zähnen,
alter Bär.

Ein Zapfen: eure Welt.
Ihr: die Schuppen dran.
Ich treib sie, roll sie
von den Tannen im Anfang
zu den Tannen am Ende,
schnaub sie an, prüf sie im Maul
und pack zu mit den Tatzen.

Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
dem blinden Mann ein gutes Wort,
daß er den Bären an der Leine hält.
Und würzt die Lämmer gut.

’s könnt sein, daß dieser Bär
sich losreißt, nicht mehr droht
und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
gefallen sind, den großen, geflügelten,
die aus dem Paradiese stürzten.

 

Ut Anrufung des Großen Bären, 1956

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