Wieder was Schreckliches

Postcards pictured V

Three picture postcards, sent to ‘Otto’ by ‘Rosa’ in Mittweida (near Dresden in Saxony, Germany) during World War I, presumably in 1914, between 31 October and 23 November. No addresses, stamps or postmarks; apparently sent in envelopes.

As can be deduced from Rosa’s messages, Otto travelled from Mittweida over Leipzic and Cologne to Lomme, near Lille in Northern France. Most likely he was a soldier. On 31 July 1914, Germany had ordered the mobilization of its troops. In the following days Germany declared war on Russia and France. Otto may have been part of the German troops that invaded France from the north, through Belgium. Perhaps he was also one of the 2,5 million German, French and British soldiers who fought in the first Battle at the Marne, in Northern France, on 6–12 September 1914. Half a million of them were killed.

For many of the German soldiers the mobilization was at first like a holiday; some of them even marched with flowers in the muzzles of their rifles. Propaganda and an atmosphere dominated by nationalism and militarism added to the notion of ‘ein frischer, fröhlicher Krieg’. These picture postcards are striking expressions of that sentiment. Once used for sending messages, they often show a cynical combination of propaganda and wartime reality.

1. Mittweida, 31-10-[1914?]. Photo, b/w, with the black-white-red flag of the German Empire (1871–1918), 138×85 mm. Issued by the Neue Photographische Gesellschaft, Berlin, no. 12790.

Printed text:
    Grüß’ Gott!

Written text:
    Mittweida, d. 31.10.
    Mein lieber Otto!
    Vielen Dank für deine liebe Karte, die ich heute erhalten habe. Freue mich, daß du noch gesund und munter bist, dasselbe kann ich auch von mir sagen. Lieber Otto, du kannst die Bücher dort behalten, wenn du willst, ich habe sie gelesen. Deine Eltern haben auch dein Paket mit Briefen und Karten erhalten, ich soll dich vielmals grüßen von Ihnen. Bei uns ist eine Kälte, wie zu Weihnachten, daß [!] Laub ist schon alles runter. Heute vorm Jahre war ich mit dir in Altmittweida zur Kirmes daß [!] waren schönre Zeiten, nicht wahr Otto?
    Wann wirst du mal wieder kommen
    Viele Grüße von Allen.
    Ich grüße und küsse dich vielmals d. tr. [= deine treue] Rosa

2. Mittweida, 18-11-[1914?]. Photo, b/w, with the flag of the German Empire, 136×86 mm. Issued by the Neue Photographische Gesellschaft, Berlin, no. 12671.

Printed text:
    In treuem Gedenken!

Written text:
    Mittweida, d. 18.11.
    Mein einziger Otto!
    Habe heute deine liebe Karte aus Leipzig erhalten, sage dir vielen dank dafür. Mein Otto, ich wäre zu gern noch einmal zu dir gekommen, aber ich wollte es dir nicht schwer machen. Ich war in einer Stimmung, ich hätte den ganzen Tag weinen können. Heute geht es wieder, war bei deinen Eltern einmal, deine Mutter hat dein Geld auf die Sparkasse geschafft. Vergiß mich nicht mein Otto und komm bald wieder
    In treuer Liebe gr. u. k. d. d. [= grüßt und küsst dich deine] Rosa
    Bin schon 9 Uhr zu Bett gegangen.

3. Mittweida, 23-11-[1914?]. Photo, b/w, 135×84 mm. Issued by Paul Fink, Berlin, no. 3692/2.

Printed text:
    Fräulein Feldgrau

Fräulein Feldgrau was a silent film comedy made in 1914, starring Else Bötticher (1880–1966). She played a German baroness outsmarting the French shortly after the outbreak of the war.

Written text:
    Mittweida, d. 23.11.
    Mein lieber Otto!!
    Habe deine lieben Karten erhalten, die von Köln und vom Lomme. Sage dir vielen dank, freue mich daß es dir gut geht. Hier in Mittweida ist wieder was schreckliches passiert. Ein Soldat der auf Urlaub da war, hat in letzter Nacht seine 4 Kinder und sich selbst erschossen. Seine Frau war nur erst gestorben. Er hat sich das zu sehr angenommen. Köhler heißt er und sie wohnten im Brühl. Ich weiß nicht ob du Ihn kennst.
    Hoffentlich hast du nun auch meine Karte erhalten
    Ich habe keine schlechten Gedanken von dir
    Behalte mich lieb
    Es gr. u. k. d. d. tr. [= grüßt und küsst dich deine treue] Rosa

Brühl is a street in the borough Rößgen in Mittweida.

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