Georg Trakl, By in finster

 
By in finster

Boppe de dakken it himelsblau
En wolken, sy lûke boppe lâns,
Foar ’t finster in beam yn maitiidsdau,

En in fûgel dy’t dronken himelheech kliuwt,
Fan bloeisel in flechtige rook –
Dan fielt in hert: dat is de wrâld!

De stiltme groeit en de middei gloeit!
Myn god, hoe komt de wrâld sa ryk!
Ik dream en dream en it libben ferfloeit,

It libben dêr bûten – earne fier
Fan my troch in see fan iensumheid!
Dat fielt in hert en ’t wurdt net blier!

 

An einem Fenster

Über den Dächern das Himmelsblau,
Und Wolken, die vorüberziehn,
Vorm Fenster ein Baum im Frühlingstau,

Und ein Vogel, der trunken himmelan schnellt,
Von Blüten ein verlorener Duft –
Es fühlt ein Herz: Das ist die Welt!

Die Stille wächst und der Mittag glüht!
Mein Gott, wie ist die Welt so reich!
Ich träume und träum' und das Leben flieht,

Das Leben da draußen – irgendwo
Mir fern durch ein Meer von Einsamkeit!
Es fühlt’s ein Herz und wird nicht froh!

 

Ut de ‘Sammlung 1909’

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