Georg Trakl, Confiteor

 
Confiteor

Tafrielen, bûnt, dy’t it bestean pinsielt,
Sjoch ik troch inkeld skimering omhongen,
As rou ferwrongen skaden, kâld en feal,
Krekt berne, no al troch de dea befongen.

Doe foel fan alle ding it masker del,
’k Sjoch neat as eangst, smaad, wanhoop, pestilinsjes;
It minskdom syn trageedzje sûnder held –
Op grêven, liken brocht – krijt rotresinsjes.

Dit bare dreamgesicht haw ’k wearze fan.
My hjit lykwols in machtswurd, rolferdelend:
Bliuw hjir en sprek dyn tekst, komediant.
Ik doch ’t fertwivele, twongen – stomferfelend!

 

Confiteor

Die bunten Bilder, die das Leben malt,
Seh’ ich umdüstert nur von Dämmerungen,
Wie kraus verzerrte Schatten, trüb und kalt,
Die kaum geboren schon der Tod bezwungen.

Und da von jedem Ding die Maske fiel,
Seh’ ich nur Angst, Verzweiflung, Schmach und Seuchen,
Der Menschheit heldenloses Trauerspiel,
Ein schlechtes Stück, gespielt auf Gräbern, Leichen.

Mich ekelt dieses wüste Traumgesicht.
Doch will ein Machtgebot, daß ich verweile,
Ein Komödiant, der seine Rolle spricht,
Gezwungen, voll Verzweiflung – Langeweile!

 

Ut de ‘Sammlung 1909’

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